World Rainforest Movement

Fordern Sie Aufklärung der Gewalt gegen CIMI, eine der wichtigsten Unterstützergruppen von Indigenen Völkern in Acre, Brasilien. Acre ist Empfänger von ‘REDD Early Movers’ Geldern

cimi

 

 

Herrn Minister Gerd Müller 
Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)  
Stresemannstraße 94
10963 Berlin

Frau Ministerin Dr. Barbara Hendricks
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Stresemannstraße 128 – 130
10117 Berlin

Sehr geehrte Frau Ministerin Hendricks,

Sehr geehrter Herr Minister Müller,

aus Sorge um die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen von CIMI, dem Conselho Indigenista Missionário in Acre, Brasilien, wenden wir uns an Sie. Die Organisation CIMI ist mit der Brasilianischen Bischofskonferenz verbunden, und setzt sich für die Rechte Indigener Völker in Brasilien ein. Das Regionalbüro ‘Westlicher Amazonas’ von CIMI, im Bundesstaat Acre, ist in jüngstern Zeit mehrmals Ziel von Angriffen und Drohungen gewesen. Innerhalb von weniger als einem Monat wurde zweimal in das CIMI Büro in Rio Branco, der Hauptstadt Acre’s eingebrochen; Materialien und Einrichtung wurden zerstört. Mitarbeiter haben mehrfach Drohungen erhalten. Seit seiner Gründung im Jahr 1972 wurde CIMI nicht nur zu einer sehr angesehenen Organisation in Brasilien und international; sie sind eine der wichtigsten Organisationen in Brasilien, die sich für die Achtung der auch in der Brasilianischen Verfassung verankerten Rechte Indigener Völker im ganzen Land einsetzen.

Das CIMI Regionalbüro Westlicher Amazonas in Rio Branco, Acre (CIMI-AO) ist eines von 11 Regionalbüros von CIMI in Brasilien. In Acre, unterstützt CIMI-AO unter anderem Indigene Völker, in deren Territorien Viehzucht und Holzeinschlag eindringen und Wälder, die Lebensgrundlage der Waldbewohner, zerstören. Diese Völker sehen sich zudem der Gleichgültigkeit seitens der verantwortlichen Regierungsinstitutionen gegen diese Abholzung und die Verletzung der Rechte der Indigenen Völker ausgesetzt.

Im Jahr 2013 wurde die Kommission der Land Pastorale (CPT) mit ähnliche Methoden und Gewalttaten eingeschüchtert wie sie jetzt das CIMI Regionalbüro Westlicher Amazonas erfährt. CPT unterstützt Kleinbauern, die ihr Recht auf Land und ihre Lebensgrundlagen verteidigen. Viele Konflikte gehen auch hier auf die Waldzerstörung für Rinderzucht und Holzeinschlag zurück.

Bis heute haben die für die Aufklärung solcher Vorfälle verantwortlichen staatlichen Institutionen nichts substantielles unternommen, um die für die Einbrüche, Gewalt und Drohungen Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Dies gilt sowohl für die Gewalt gegen die CPT im Jahr 2013 also auch für die Einbrüche und Drohungen der vergangenen Wochen gegen Mitarbeiter von CIMI-AO.

Wir fordern Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass die Regierung von Acre unverzüglich Massnahmen ergreift. Die Regierung muss deutlich machen, dass sie solche Angriffe gegen zivilgesellschaftliche Organisationen und gegen diejenigen, die sich für ihre Rechte auf Land einsetzen, nicht toleriert. Diesen Nachweis ist die Regierung von Acre bisher leider schuldig geblieben. Ihre Institutionen müssen die vorgefallenen Verbrechen dringend untersuchen, und die Verantworlichen für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen.

Wir richten uns auch deshalb mit diesem Appell an Sie, weil die Bundesregierung im Rahmen des REDD Early Movers Programms, das von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verwaltet wird, den Bundesstaat Acre mit mehr als €15 Millionen unterstützt. Der Staat Acre erhält zudem zusätzliche Mittel aus dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, BMZ. Im Jahr 2014 sollen mit den Gelder aus REDD Early Movers insbesondere solche Programme in Acre gefördert werden, die Indigene Völker unterstützen. Angesichts der Gewalt gegen Unterstützerorganisationen von Indigenen Völkern stellt sich folgende Frage: Wie können sich Indigene Völker in einer solchen Situation sicher fühlen, wenn sie Massnahmen ergreifen, die Waldzerstörung und die Zerstörung ihrer Territorien unterbinden?

Noch besorgniserregender ist es, wenn sich die Opfer von Gewalt und Drohungen nicht darauf verlassen können, dass die verantwortlichen Institutionen des Staates Massnahmen ergreifen, die der Wiederholung solcher Gewalt entgegenwirken. REDD, und das REDD Early Movers Programm der Bundesregierung werden in einem solchen Kontext zur Farce.

Wir fordern Sie deshalb auf, sich dafür einzusetzen, daß die Regierung des Bundesstaates Acre unverzüglich Massnahmen ergreift, um die gegen CIMI-AO gerichteten Einbrüche und Drohungen aufzuklären. Die Regierung des Bundesstaates muss solcher Gewalt gegen diejenigen, die sich in Acre für Walderhalt einsetzen, eine klare Absage erteilen!

Auch Ministerin Ideli Salvatti, der die Leitung des Generalsekretariats für Menschenrechte der Präsidentschaft der Republik obliegt, ist aufgefordert, dringende Massnahmen im Rahmen des nationalen Programms zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern zu ergreifen, damit die Sicherheit der MitarbeiterInnen von CIMI in Acre gewährt wird. Solche Massnahmen sind jedoch kein Ersatz für die Untersuchung der bereits geschehenen Übergriffe, deren Aufklärung unverzüglich stattfinden muss.

Bitte informieren Sie uns über Ihren Beitrag dazu, dass dieser Gewalt gegen CIMI-AO und die Indigenen Völker in Acre, die die Organisation unterstützt, Einhalt geboten wird. Die für Gewalt und Drohungen Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden!

Wir werden diesen Offenen Brief weiterleiten an CIMI und an die Organisationen, die sich in Solidarität mit CIMI-AO am Freitag, dem 17. Oktober 2014 vor dem Regionalbüro der Organisation versammeln.

Wir werden die MitarbeiterInnen von CIMI natürlich über Ihre Antwort informieren.

Kontakt Ministerin Ideli Salvatti, Sekretariat für Menschenrechte

Tel:  +55 (61) 2027-3106 / 3536        Email: direitoshumanos@sdh.gov.br

 

Mit freundlichen Grüssen,

Winfridus Overbeek, World Rainforest Movement

 

 

 Endorsed by:
Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz (ARA)Deutschland
Infoe – Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V.Deutschland
denkhausbremen e.V.Deutschland
Forum Umwelt & EntwicklungDeutschland
Pro RegenwaldDeutschland
Rettet den RegenwaldDeutschland
urgewaldDeutschland
FDCLDeutschland
Aliança RECOs – Redes de Cooperação Comunitária Sem FronteirasBrasilien
Coordenação da Organizações Indígenas da Amazônia Brasileira (COIAB)Brasilien
Centro de Estudos para o Desenvolvimento do Extremo Sul da Bahia  (CEPEDES)Brasilien
Conselho de Leigos da Arquidiocese de São Paulo  (CLASP)Brasilien
Conselho Pastoral dos Pescadores (CPP)Brasilien
Conselho de Missão Entre Povos Indígenas (COMIN) -Assessoria Acre Sul do AmazonasBrasilien
FASE AmazôniaBrasilien
Fórum da Amazônia Oriental  (FAOR)Brasilien
Instituto Politicas Alternativas para o Cone Sul (PACS)Brasilien
Jubileu Sul BrasilBrasilien
Movimento dos Pequenos Agricultores (MPA)Brasilien
Movimento Mulheres pela P@Z!Brasilien
Movimento de Luta pela Terra (MLT)Brasilien
Núcleo de Pesquisa Estado, Sociedade e Desenvolvimento na Amazônia  Ocidental (NUPESDAO-UFAC)Brasilien
Programa de  Extensão Centro de Referência em Direitos Humanos e territoriais na tríplice Fronteira Brasil, Peru /Bolívia (UFAC)Brasilien
Terra de DireitosBrasilien
Plataforma Interamericana de Derechos Humanos, Democracia y Desarrollo (PIDHDD Regional)International
Carbon Trade WatchInternational
GRAINInternational
Movimiento Mesoamericano contra el Modelo extractivo Minero
No REDD in Africa Network (NRAN)International
REDD-MonitorInternational
Redmanglar InternacionalInternacional
Diálogo 2000 – Jubileo Sur ArgentinaArgentina
Instituto de Estudios sobre Desarrollo y Cooperación InternacionalBasque
Struggle to Economize Future Environment (SEFE)Cameroon
Common frontiersCanada
Colectivo VientoSurChile
Comisión Intereclesial Justicia y PazColombia
Coecoceiba – Amigos de la TierraCosta Rica
Acción EcológicaEcuador
Ecuador decideEcuador
Escuela de Pensamiento Ecologista -SaviaGuatemala
Coordinadora Guatemalteca por la Defensa de los Manglares y la Vida -CogmanglarGuatemala
Sustainable Development Institute (SDI)Liberia
Red Mexicano de Acción Frente al Libre Comércio (RMALC)Mexico
Justiça AmbientalMozambique
Landless Peoples MovementSouth Africa
Stichting Indianen in BrasilThe Netherlands
Transnational Institute (TNI)The Netherlands
Ecologistas en AcciónSpain
Observatorio de la Deuda en la Globalizacion (ODG)Spain
The Corner HouseUK
FERNUK
Global Justice Ecology ProjectUSA
Friends of the Earth-USUSA
 Sign-ons received after the letter was submitted
 KoBra – Kooperation Brasilien e.V.Germany
Friends of the Earth InternationalInternational
Núcleo Amigos da Terra – Friends of the EarthBrazil
Observatorio de Multinacionales en América Latina (OMAL)Pazcon DignidadSpain
PAPDAHaiti
Fórum Mudanças Climaticas e Justiça SocialBrazil
Red Latinoamericana contra los Monocultivos de ÁrbolesInternational
Grupo GuayubiraUruguay

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